We’re connected in so many different ways via technology … yet there’s this immense disconnect. Now there’s this pressure to present yourself that you’re happy, that you’re doing well. It creates anxiety.

(Lori Mothersell, therapist)

Die neuen IVW-Zahlen sind da – die Verkaufszahlen deutscher Printerzeugnisse des letzten Quartals. Wieder einmal müssen die PC- und Videospielmagazine heftig bluten. Teilweise 20 Prozent verlieren da einige Kandidaten – die magischen 100.000 verkauften Exemplare schaffen nur noch drei Hefte, zwei davon nur knapp.

Jetzt kann man sicher fragen: Woran liegt es? Am wie immer gerne als Entschuldigung und kostenlose Konkurrenz genannten Internet? Nein, nicht primär. Wohl aber daran, dass die Zeitschriften nicht oder falsch auf das Internet reagieren – statt inhaltliche Änderungen zu etablieren, die es so im Netz nicht gibt, besteht die einzige Reaktion der Verlage darin, alles so billig wie nur irgend möglich zu produzieren.

Liebe Leute, keiner will mehr Dutzende von News-Seiten, wenn es das alles schon online gibt. Niemand interessiert sich mehr für über 40 Spieletests – konzentriert euch lieber auf ein Dutzend echter Kracher, wenn es die überhaupt jeden Monat gibt. Dann aber richtig, mit langem Test, großen Bildern und magazinigem Hintergrundbericht über die Entwickler. Den Rest vom Fest kann man auch mit einem Bild, einem Satz und einer Wertungszahl auf einer Doppelseite abfeiern. Oh, und Tipps & Tricks? Gibt’s alles online, kostenlos.

Doch stattdessen wird gekürzt, werden langjährige Mitarbeiter gegen preiswerte Volontäre ausgetauscht, die teilweise noch bei Muttern wohnen. Das schlägt sich natürlich auf die inhaltliche Qualität der Hefte nieder – ein Volontär besitzt zum Beispiel keine zehn bis 15 Jahre Branchenerfahrung nebst den in dieser Zeit gewonnenen Kontakten. Also springen deshalb auch die Leser ab, die das Heft vorher noch gekauft haben.

Diese Entwicklung erfüllt mich mit Trauer, denn ich bin nach wie vor ein großer Fan gut gemachter Magazine. Ein Kindle kommt mir noch nicht ins Haus.

Listen zur Tagesplanung sind Kokolores, wenn man sie links liegen lässt, um sich stattdessen an das Redesign der eigenen Webseite zu begeben. Schlimm!