{"id":317,"date":"2008-01-10T15:38:00","date_gmt":"2008-01-10T23:38:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.austinat.de\/blog\/?p=317"},"modified":"2008-02-14T14:30:38","modified_gmt":"2008-02-14T22:30:38","slug":"friedlich-in-die-katastrophe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.austinat.de\/blog\/archives\/317","title":{"rendered":"Friedlich in die Katastrophe"},"content":{"rendered":"<p>Die Medienbranche klagt schon lange \u00fcber sinkenden Verkaufs- und Zuschauerzahlen. Schuld sind das Internet, Videospiele und nat\u00fcrlich auch gesteigerter Handykonsum. Die Print- beziehungsweise Zeitschriftenbranche, in der ich seit 1993 unterwegs bin, klagt besonders stark. Kein Wunder, denn wenn man sich die Auflagenzahlen ansieht, etwa bei <a href=\"http:\/\/www.pz-online.de\">PZ Online<\/a>, gibt es dramatische Einbr\u00fcche, die auch im letzten Jahr daf\u00fcr gesorgt haben, dass zahlreichen Magazinen die letzte \u00d6lung verpasst wurde.<\/p>\n<p>Solche Tendenzen bekomme ich hier im Au\u00dfenposten San Francisco hautnah mit: Erst wurde ich einen Verlag zu teuer, dann einem weiteren. Nun lebe ich hier bei weitem nicht in Saus und Braus, auf eine schwarze Null zu kommen ist seit Mitte 2004 mein monatliches Bestreben &#8211; die fragw\u00fcrdige Langzeitperspektive dieses Unterfangens lassen wir mal au\u00dfen vor. Bizarr ist jedoch: Wundere ich mich vorsichtig dar\u00fcber, dass ich 1993 ein h\u00f6heres Seitenhonorar als heute bekommen habe, die Inflation in den letzten 15 Jahren leider keine Pause gemacht hat und meine Branchenerfahrung und -kontakte tendenziell gestiegen sind, gibt&#8217;s als recht nonchalante Antwort, dass es heute nun mal weniger Budget und mehr als genug freie Mitarbeiter gebe, die ihre Seiten g\u00fcnstiger produzieren k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Dieses Vorgehen erinnert mich fatal an die Verh\u00e4ltnisse in manchen Spielefirmen, die ihren Mitarbeitern sagen: Ihr wollt mehr Geld? Bezahlte \u00dcberstunden? Mehr Freizeit? Tja, schade, gibt&#8217;s alles nicht &#8211; und wenn ihr k\u00fcndigen wollt, nur zu. Es stehen ja genug Uni-Absolventen Schlange, die sich die Finger nach euren Jobs lecken. Hier vergessen die Arbeitgeber allerdings eines: Mitarbeiter, die schon lange Jahre im Gesch\u00e4ft sind, haben Erfahrung. Und Kontakte. Und sind nicht so schnell aus der Fassung zu bringen wie ein Neueinsteiger. <\/p>\n<p>Um auf die Medienbranche zur\u00fcckzukommen: Wundert es jemanden, dass &#8211; abgesehen von wenigen Ausnahmen &#8211; Artikel und Berichte immer flacher, floskelbeladener und austauschbarer werden? Und dass es wom\u00f6glich sogar einen Zusammenhang zwischen sinkenden Auflagenzahlen und der Tatsache gibt, dass manche Seiten gegen lachhafte Entlohnung von Studenten zusammengeschustert werden, die noch daheim bei Muttern wohnen und sich \u00fcber eine Handvoll Euro f\u00fcr ein paar Biere und ein kostenloses Spiel freuen?<\/p>\n<p>Ich bin verwundert, dass solche Themen auf Strategiemeetings der Heeresleitungen nie angesprochen werden. Denn was den Inhalt angeht, so ist das Internet in der Tat oft mit deutlich besserer Qualit\u00e4t zur Stelle &#8211; und das kostenlos. Da sollte man mindestens mithalten wollen, geschweige denn etwas besseres abliefern.<\/p>\n<p>Vielleicht sehe ich das alles auch nur zu idealistisch und die aktuellen Entwicklungen sind schon die letzten Zuckungen der Printbranche. Schade w\u00e4re das.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Medienbranche klagt schon lange \u00fcber sinkenden Verkaufs- und Zuschauerzahlen. Schuld sind das Internet, Videospiele und nat\u00fcrlich auch gesteigerter Handykonsum. Die Print- beziehungsweise Zeitschriftenbranche, in der ich seit 1993 unterwegs bin, klagt besonders stark. 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