Ich finde es sehr bedenklich, wenn man aus politischen GrĂĽnden Sprache manipuliert und auch Kunst dadurch verändert. Gesellschaftlich bin ich hundertprozentig fĂĽr die Gleichstellung von Frauen. Sie sollen das Gleiche verdienen wie Männer bei einer gleichwertigen Tätigkeit und Position. Aber dieses zwanghafte “Wir mĂĽssen ĂĽberall die weiblichen Formen einfĂĽhren” … Wir dĂĽrfen nicht mehr von Studenten reden, weil damit die Studentinnen angeblich unterschlagen werden. Das stimmt nicht. Das grammatische Geschlecht ist nicht gleichbedeutend mit dem natĂĽrlichen, biologischen Geschlecht. Nehmen Sie das Wort “die Person”. Das ist weiblich. Sind Männer keine Personen? Das ist vollkommener Quatsch. Da ist die Sprache zum Instrument der Politik gemacht worden. Immer, wenn das passiert, werde ich äuĂźerst skeptisch.

(Bastian Sick, Journalist und Autor, unter anderem “Zwiebelfisch”)

Gerade lese ich die Information, dass 20 Prozent aller Viertklässler nicht richtig lesen und schreiben können. In Deutschland. Das ist eine Menge. Aber das scheint kaum einen so richtig zu stören. Und das wird in ein paar Jahren ein echtes Problem, insbesondere, da ja einfachere Jobs mehr und mehr durch KI und Roboter wegfallen werden.

Wie aber kann man den Kids die Freude am Lesen zurĂĽckgeben? Machen die heute zu viel mit dem Smartphone? Der Konsole? Dem Computer? Hm.

Persönlicher Zusatz: Klar, ich habe als Kind auch Kassetten und sogar Schallplatten mit Märchen, TKKG, Drei Fragezeichen und Co. gehört, Stunden und Tage mit Atari VCS 2600 und C-64 verbracht sowie mit dem Fahrrad und Freunden die Gegend unsicher gemacht.

Aber gleichzeitig habe ich hehre BĂĽchermengen verschlungen, weil mich meine Eltern schon im Kindergartenalter mit Vorlesen angefixt haben, denen ich dafĂĽr von Herzen danken muss. Heute hapert es zeitlich ein wenig, wobei ich meinen “Ein Buch pro Monat”-Plan 2018 umsetzen werde.

Nobody really owns anything. We give back our bodies at the end of our lives. We own our thoughts, but everything else is just borrowed. We use it for a while, then pass it on. Everything.

(Deborah Ellis, Schriftstellerin)

If I had more time, I would have written less.

(Donald Bain, Schriftsteller, 1935-2017)

Clutter is the disease of American writing. We are a society strangling in unnecessary words, circular constructions, pompous frills and meaningless jargon. Who can understand the clotted language of everyday American commerce: the memo, the corporate report, the business letter, the notice from the bank explaining its latest “simplified” statement? What member of an insurance plan can decipher the brochure explaining the costs and benefits? What father or mother can put together a child’s toy from the instructions on the box? Our national tendency is to inflate and thereby sound important. The airline pilot who announces that he is presently anticipating experiencing considerable precipitation wouldn’t think of saying it may rain. The sentence is too simple—there must be something wrong with it.

But the secret of good writing is to strip every sentence to its cleanest components. Every word that serves no function, every long word that could be a short word, every adverb that carries the same meaning that’s already in the verb, every passive construction that leaves the reader unsure who is doing what—these are the thousand and one adulterants that weaken the strength of a sentence. And they usually occur in proportion to education and rank.

(William Zinsser, On Writing Well, 1976)

Auf Gamers Global gibt es mit Auslaufmodell Spieletest? wieder eine neue Kolumne von yours truly. Lesen und mitdiskutieren.

Übrigens: Nach dem Lesern etlicher Kommentare beschleicht mich der Eindruck, meine Meinung nicht so klar wie nur irgend möglich formuliert zu haben. Wohlan: Statt herkömmlicher Spieletests, lediglich um eine abschließende Wertungszahl erleichtert, sähe ich viel lieber Texte, die mich an den Erlebnissen des Autors beim Spielen teilhaben lassen.

Schon letzte Woche schrieb ich eine neue Kolumne für Jörg Langers Internet-Magazin Gamers Global.

Daraus hat sich inzwischen eine erfreulich erwachsene Diskussion um das Thema entsponnen, warum ab einem gewissen Alter kaum jemand mehr Zeit mit PC- und Videospielen verbringt.

Lesen und Kommentieren ausdrĂĽcklich empfohlen.

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