Clutter is the disease of American writing. We are a society strangling in unnecessary words, circular constructions, pompous frills and meaningless jargon. Who can understand the clotted language of everyday American commerce: the memo, the corporate report, the business letter, the notice from the bank explaining its latest “simplified” statement? What member of an insurance plan can decipher the brochure explaining the costs and benefits? What father or mother can put together a child’s toy from the instructions on the box? Our national tendency is to inflate and thereby sound important. The airline pilot who announces that he is presently anticipating experiencing considerable precipitation wouldn’t think of saying it may rain. The sentence is too simple—there must be something wrong with it.

But the secret of good writing is to strip every sentence to its cleanest components. Every word that serves no function, every long word that could be a short word, every adverb that carries the same meaning that’s already in the verb, every passive construction that leaves the reader unsure who is doing what—these are the thousand and one adulterants that weaken the strength of a sentence. And they usually occur in proportion to education and rank.

(William Zinsser, On Writing Well (1976) – things have not improved)

Auf Gamers Global gibt es mit Auslaufmodell Spieletest? wieder eine neue Kolumne von yours truly. Lesen und mitdiskutieren.

Übrigens: Nach dem Lesern etlicher Kommentare beschleicht mich der Eindruck, meine Meinung nicht so klar wie nur irgend möglich formuliert zu haben. Wohlan: Statt herkömmlicher Spieletests, lediglich um eine abschließende Wertungszahl erleichtert, sähe ich viel lieber Texte, die mich an den Erlebnissen des Autors beim Spielen teilhaben lassen.

Schon letzte Woche schrieb ich eine neue Kolumne für Jörg Langers Internet-Magazin Gamers Global.

Daraus hat sich inzwischen eine erfreulich erwachsene Diskussion um das Thema entsponnen, warum ab einem gewissen Alter kaum jemand mehr Zeit mit PC- und Videospielen verbringt.

Lesen und Kommentieren ausdrücklich empfohlen.

Eins meiner Zeitschriftenabonnements läuft in diesen Tagen aus. Nach diversen Erinnerungsbriefen des Verlags und einem speziellen Erinnerungsumschlag, der um das letzte meiner bezahlten Magazine geheftet war, lag heute ein Brief im Briefkasten, der mich zur flinken Verlängerung angetrieben hat. Warum?

Wer auf diesen letzten “Bitte verlängern!”-Aufruf innerhalb von zehn Tagen reagiert, erhält neben einem Jahresabo mit einem erneut reduzierten Preis von jetzt 20 statt den bisher angebotenen 24,97 Dollar noch ein zweites, kostenloses Jahresabo für einen Freund/eine Freundin sowie ein Buch dazu, das sonst 15 Dollar kostet. Der Kioskpreis für zwölf Zeitschriften beträgt übrigens 48 Dollar pro Jahr.

Da soll noch jemand sagen, dass sich Geduld nicht auszahlt.

Nachtrag: Einen Tag später bekomme ich eine weitere Ausgabe per Post. Diesmal die wirklich letzte, so der Schutzumschlag. Mit einem noch günstigeren Angebot: 14,97 Dollar für zwölf Exemplare. Tja. Andererseits ohne das Freundschaftsabo und ohne das Buch. Von daher tun mir die fünf Dollar und drei Cent, die ich mehr gezahlt habe, nicht ganz so weh.

Wie immer gut: Ein neuer Kommentar von Henryk M. Broder, diesmal zum Hitler-Wahn. Herrliches Zitat:

Gibt man bei google.de “Hitler” als Suchbegriff ein, bekommt man 584.000 deutschsprachige Einträge angezeigt. Das ist viel weniger als im Falle Konrad Adenauers (3.090.000 Seiten), aber fünfmal mehr als bei Erich von Däniken (117.000 Seiten). Stalin kommt auf 1.270.000 Seiten.

Auch Hitlers Beitrag zur Geschichte ist, sachlich betrachtet, eher bescheiden: ein Buch und zwölf Jahre Kanzlerschaft. Däniken hat mehr geschrieben, Adenauer hat länger regiert, und Stalin hat mehr Menschen umbringen lassen.

Lesen!

Im letzten Monat analysierte ich an dieser Stelle die aktuelle Lage der Medien- und Printbranche. Viele Leser fühlten sich angesprochen, das Geschriebene gut und teilweise erstaunlich lang zu kommentieren.

Im San Francisco Chronicle Magazine fand ich unlängst ein thematisch passendes Feature über William Langewiesche. Langewiesche ist internationaler Korrespondent der Vanity Fair und war davor lange Zeit Autor für die Atlantic Monthly. Ein kleiner Auszug aus dem lesenswerten Artikel:

Magazines, in Langewiesche’s opinion, are great beasts that have to be fed, constantly. If they’re not fed they die, and so they’re desperate for material. But they’re usually fed poorly. And people who say that the golden age is in the past are simply making excuses for their inability to write or publish high-quality journalism.

“You have this precious, incredibly privileged thing,” he said, “which is the reader’s attention for a little while. And you can make the slightest misstep and the reader will put you down. People will say that the reader lives in a busy world. But that’s not the reason why. The reason is that the writer blows it, and loses the reader’s trust.”

Bevor sich jemand angegriffen fühlt: Langewiesches Aussagen beziehen sich auf die komplette Magazinlandschaft und nicht auf nur einen Teil. Und sicher verfügen nicht alle Autoren über den Luxus, für eine Geschichte mehrere Wochen am Stück an entlegenen Stellen der Erde zu recherchieren.

Die Medienbranche klagt schon lange über sinkenden Verkaufs- und Zuschauerzahlen. Schuld sind das Internet, Videospiele und natürlich auch gesteigerter Handykonsum. Die Print- beziehungsweise Zeitschriftenbranche, in der ich seit 1993 unterwegs bin, klagt besonders stark. Kein Wunder, denn wenn man sich die Auflagenzahlen ansieht, etwa bei PZ Online, gibt es dramatische Einbrüche, die auch im letzten Jahr dafür gesorgt haben, dass zahlreichen Magazinen die letzte Ölung verpasst wurde.

Solche Tendenzen bekomme ich hier im Außenposten San Francisco hautnah mit: Erst wurde ich einen Verlag zu teuer, dann einem weiteren. Nun lebe ich hier bei weitem nicht in Saus und Braus, auf eine schwarze Null zu kommen ist seit Mitte 2004 mein monatliches Bestreben – die fragwürdige Langzeitperspektive dieses Unterfangens lassen wir mal außen vor. Bizarr ist jedoch: Wundere ich mich vorsichtig darüber, dass ich 1993 ein höheres Seitenhonorar als heute bekommen habe, die Inflation in den letzten 15 Jahren leider keine Pause gemacht hat und meine Branchenerfahrung und -kontakte tendenziell gestiegen sind, gibt’s als recht nonchalante Antwort, dass es heute nun mal weniger Budget und mehr als genug freie Mitarbeiter gebe, die ihre Seiten günstiger produzieren können.

Dieses Vorgehen erinnert mich fatal an die Verhältnisse in manchen Spielefirmen, die ihren Mitarbeitern sagen: Ihr wollt mehr Geld? Bezahlte Überstunden? Mehr Freizeit? Tja, schade, gibt’s alles nicht – und wenn ihr kündigen wollt, nur zu. Es stehen ja genug Uni-Absolventen Schlange, die sich die Finger nach euren Jobs lecken. Hier vergessen die Arbeitgeber allerdings eines: Mitarbeiter, die schon lange Jahre im Geschäft sind, haben Erfahrung. Und Kontakte. Und sind nicht so schnell aus der Fassung zu bringen wie ein Neueinsteiger.

Um auf die Medienbranche zurückzukommen: Wundert es jemanden, dass – abgesehen von wenigen Ausnahmen – Artikel und Berichte immer flacher, floskelbeladener und austauschbarer werden? Und dass es womöglich sogar einen Zusammenhang zwischen sinkenden Auflagenzahlen und der Tatsache gibt, dass manche Seiten gegen lachhafte Entlohnung von Studenten zusammengeschustert werden, die noch daheim bei Muttern wohnen und sich über eine Handvoll Euro für ein paar Biere und ein kostenloses Spiel freuen?

Ich bin verwundert, dass solche Themen auf Strategiemeetings der Heeresleitungen nie angesprochen werden. Denn was den Inhalt angeht, so ist das Internet in der Tat oft mit deutlich besserer Qualität zur Stelle – und das kostenlos. Da sollte man mindestens mithalten wollen, geschweige denn etwas besseres abliefern.

Vielleicht sehe ich das alles auch nur zu idealistisch und die aktuellen Entwicklungen sind schon die letzten Zuckungen der Printbranche. Schade wäre das.

Next Page →