Unlängst während eines zweistündigen Fluges “Resturlaub” von Tommy Jaud gelesen. Beim Vorgänger “Vollidiot” war ich nur mühsam in die Gänge gekommen, zu gekünstelt und gewollt kam mir die “coole Sprache, so wie man spricht” auf den ersten paar Seiten vor. Das macht der Nachfolger besser, das Buch startet so sprachlich gut, wie das erste aufhörte. Vielleicht habe ich mich auch nur an Jauds Stil gewöhnt.

Inhaltlich geht es rasant zur Sache: Peter Greulich aus Bamberg hat keinen Lust auf Einfamilienhaus-Idylle in der Vorstadt, seine Freunde sind extrem schluffig und bremsen eine perfekt geplante Geburtstagsfeier in der Nachbarstadt knallhart aus – sie hängen lieber in ihrer Stammkneipe ab. Auf den elften Mallorca-Urlaub mit eben diesen Freunden hat Peter verständlicherweise keine Lust mehr und landet nach einer haarsträubenden Verkettung von Ereignissen in Argentinien. Hier erlebt er mal mehr, mal weniger schräge Abenteuer, die in einer wahnwitzigen Situation in einem Club gipfelt und Peter folgenden Kommentar entlockt:

Ich bin in Buenos Aires, nachweislich ziemlich groß und ziemlich weit weg!
Ich bin in coolen Clubs unterwegs mit schicken Leuten!
Ich habe sensationellen Sex mit einem echten Modell!
Ich hab womöglich bald einen Job hier!
Ich hab sogar Drogen in der Hand!

An dieser Stelle kippt das Buch und trudelt in ein ähnlich enttäuschendes, unglaubwürdiges Ende wie schon “Vollidiot” ab. Warum Peter mit einem Mal die so glaubhaft geschilderte Abneigung gegen das tägliche Einerlei spannend findet und sogar über das Haus im Grünen nachdenkt, kann sich mir nicht erschließen. Mit ein paar Wochen Abstand kommt es mir sogar vor, als seien “Vollidiot” und “Resturlaub” irgendwie das gleiche Buch. Nur mit ein paar geänderten Schauplätzen und Personen.

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