Ich muss mehr fern sehen.

Was lese ich in einer medizinischen Pressemitteilung aus der Schweiz?

Wenn Jugendliche beginnen, am Abend früher ins Bett zu gehen, ist das ein deutliches Zeichen für das Ende ihrer Pubertät.

Es kommt noch besser:

Jugendliche entwickeln in der Pubertät eine ungeheure Kapazität, abends wach zu bleiben und in der früh lange zu schlafen, die früher wie auch später nie wieder erreicht wird.

Ist das so? Dann soll mir doch bitte mal jemand erklären, warum ich keinerlei Probleme habe, abends lange aufzubleiben, obwohl ich sogar eigentlich ein Morgenmensch bin.

Did you know [that] for the first time in modern history less than half of America’s adult population reads literature? (…) One of the most fundamental art forms is becoming neglected. What’s more, the National Education Association correlates the decline in reading to a decline in civic participation, including volunteering, political involvement, visiting museums and attending sports.

There’s more than a hint of accusation in the report directed towards TV, the internet and videogames for fostering short term attention spans and instant gratification at the expense of active mental engagement. People are increasingly falling away from books and landing in the hands of games. What type of home do we imagine we’re building for them?

(Randy Smith in EDGE 191)

Kindle hin, Lesemuffel her, am Tag nach der Obama-Wahl – die ich mit Beruhigung und stiller Freude erleben durfte – waren ausgerechnet die guten, alten Zeitungen heiß begehrt. Und das nicht nur in San Francisco, wie meine Schwester mir mitteilte. Allerdings waren die Zeitungen im Coffeeshop ihres Vertrauens nach dem Sieg der Phillies noch schneller verschwunden.

Über den ganzen Mittwoch hinweg druckten die Verlage teilweise mehrere hunderttausend Exemplare ihrer Erzeugnisse nach, weil die Nachfrage so groß war. Der San Francisco Chronicle bot online sogar die reguläre Ausgabe nebst einer besonderen Wahlbeilage an, bis zu fünf Stück für 15 Dollar. Die gleiche Summer musste berappen, wer auch nur eine einzige New York Times im Internet bestellen wollte.

Mein Chronicle erwies sich als Comeback-Experte. Als ich das Gebäude am Nachmittag verließ, legte ich die Zeitung unter ein an mich adressiertes Päckchen. Keine drei Stunden später war das Päckchen noch da, der Chronicle jedoch verschwunden. Eine kurze Krisensitzung mit Monty und Yoko hatte ein Wiederaufleben der “Klaut keine Zeitungen!”-Zettel zur Folge. Ich war dennoch ob der Dreistigkeit verärgert, mit der der Dieb das noch nicht mal auf den ersten Blick einsehbare Druckerzeugnis entwendet hatte.

Vier Stunden später kam ich von einem Geburtstagsabendessen zurück. Siehe da: Unter dem besagten Zettel lag tatsächlich meine Zeitung, erkennbar an der handschriftlich aufgemalten Apartment-Nummer. Hurra!

Zwischen Hausrenovierungsarbeiten, Presse-Events, Kandidatendebatten-Abendessen mit Freunden und dem wildesten Husten seit etlichen Jahren bleibt momentan nicht viel Zeit fürs Bloggen. Doch diese Bildergalerie mit dem hoffentlich nächsten Präsidenten der USA ist so großartig, dass ich sie niemandem vorenthalten möchte. Ein Kommentator schrieb dazu passenderweise: “A man who sheds no tears for this series has no heart.”

Nicht genug, dass ich die erste Halbzeit trotz zwei gesteller Wecker verschlief – hatte noch spätnachts berufliche Mails mit Deutschland gewechselt -, auch mein georgischer Live-Stream hatte so seine Probleme: Bildausfall, Verzögerungen, Störungen. Meinem Vater ist es zu danken, dass ich die zweite Halbzeit dennoch verfolgen konnte: Er schickte mir eine Mail mit dem Hinweis auf den Live-Stream des Deutschlandfunks. Auch der kämpfte mit Übertragungsproblemen, angeblich gewitterbedingt, so dass ich einige Tore nicht ganz zeitnah mitbekam. Reichte aber, um mich über das konfuse Spiel der gegen Portugal so starken Mannschaft zu wundern. Aber egal: Hurra, Deutschland!

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