Kommendes Wochenende findet in dem von der E3 2007 bekannten Barker Hangar im kalifornischen Santa Monica eine einmalige Versteigerung statt: Dann kommen nämlich viele Requisiten aus sechs Staffeln LOST unter den Hammer.

Wer wie ich die Anreise scheut, kann sich entweder für 55 Dollar den Auktionskatalog kaufen oder ihn in Form von sechs PDF-Dateien herunterladen. Habe ich soeben gemacht und gut eine halbe Stunde geschmökert und in Erinnerungen geschwelgt:

Charlies “Drive Shaft”-Ring. Die Luke. Sawyers Bücher. Der Apple II alias der Computer der Swan Station. Der Haifisch. Der Fischkeks-Spender. Miles Geisterdetektor. Das Rad, das die Insel in Raum und Zeit bewegt. Die Wasserstoffbombe. Das U-Boot. Hurleys Lotterielos. Und vieles mehr.

Hach.

In den letzten Tagen lese ich mit Erheiterung die Entwicklungen zum Thema Tagesschau-iPhone-Anwendung, die als kostenloses Angebot angeblich großen Verlagen das Wasser abgrabe, weil diese großen Verlage Geld für ähnliche Anwendungen verlangen. Dabei zeigte mir vor zwei Jahren schon stolz ein Kollege in New York die tagesaktuell per Feed heruntergeladene Tagesschau-Hauptsendung. Warum hat denn da keiner gemeckert?

Ich muss mehr fern sehen.

Eins meiner Zeitschriftenabonnements läuft in diesen Tagen aus. Nach diversen Erinnerungsbriefen des Verlags und einem speziellen Erinnerungsumschlag, der um das letzte meiner bezahlten Magazine geheftet war, lag heute ein Brief im Briefkasten, der mich zur flinken Verlängerung angetrieben hat. Warum?

Wer auf diesen letzten “Bitte verlängern!”-Aufruf innerhalb von zehn Tagen reagiert, erhält neben einem Jahresabo mit einem erneut reduzierten Preis von jetzt 20 statt den bisher angebotenen 24,97 Dollar noch ein zweites, kostenloses Jahresabo für einen Freund/eine Freundin sowie ein Buch dazu, das sonst 15 Dollar kostet. Der Kioskpreis für zwölf Zeitschriften beträgt übrigens 48 Dollar pro Jahr.

Da soll noch jemand sagen, dass sich Geduld nicht auszahlt.

Nachtrag: Einen Tag später bekomme ich eine weitere Ausgabe per Post. Diesmal die wirklich letzte, so der Schutzumschlag. Mit einem noch günstigeren Angebot: 14,97 Dollar für zwölf Exemplare. Tja. Andererseits ohne das Freundschaftsabo und ohne das Buch. Von daher tun mir die fünf Dollar und drei Cent, die ich mehr gezahlt habe, nicht ganz so weh.

Eben über den Twitter-Stream des Schauspielers Wil Wheaton reingekommen: eine beeindruckend-bedrückende Fotoserie zur aktuellen Lage der USA und der Welt, gesammelt von der Bildredaktion des Boston Globe. Eine der noch exisitierenden US-Tageszeitungen.

Ein Freund meinte heute mittag, dass rund 40 Prozent aller Hausbesitzer derzeit ihre Raten nicht mehr zahlen können und in der Gefahr leben, das Haus oder die Eigentumswohnung zurück an die Bank geben zu müssen.

Nach zwei live angeschauten Debatten im Rahmen des derzeitigen Präsidentenwahlkampfes bin ich versucht zu sagen: Die Entscheidung darüber, wer im November das Rennen macht, wird stark vom Vizepräsidentschaftskandidaten abhängen.

Beim ersten Fernsehduell schlugen sich meiner Meinung nach sowohl Obama als auch McCain wacker, einen glasklaren Gewinner oder Verlierer kann ich nicht ausmachen. Obama wurde meiner Meinung sogar öfter, als ihm lieb war, in die Defensive gedrängt. Auch sah er nicht so souverän und entspannt wie McCain aus, dem das Format der Fragerunden einfach besser liegt. Hätte er stattdessen eine Rede halten müssen, wäre Obama mit mehr Verve aufgetreten. Egal, wer die Rede letztendlich geschrieben hätte.

Die Debatte zwischen Biden und Palin war eine andere Geschichte. Sarah Palin nervte nicht nur mit Dauergrinsen, selbst zu ernsten Themen, sondern damit, dass sie mehrfach in die Kamera zwinkerte. Das kann man im Familien- und Freundeskreis machen, doch bei einem Fernsehduell? Biden tat gut, über seine Vergangenheit als alleinerziehender Vater zu reminiszieren. Denn, sind wir mal ehrlich: Dem überwiegenden Teil der US-Wählerschaft sind Parteiprogramme herzlich egal. Die wählen nur, wer ihnen am besten gefällt. Dass der Präsident dabei nur eine Galionsfigur ist und ihm seine Berater eifrig zutragen, spielt dabei selbst im 21. Jahrhundert noch keine große Rolle. Es bleibt spannend.

Ah, und Ironie der Geschichte: Die Republikaner, die stets gegen Obama wettern, weil sie seine Gesundheitsversicherungspläne für praktizierten Sozialismus halten, dürfen dieses Argument im Wahlkampf eigentlich nicht mehr bringen. Denn warum soll der Staat 700 Milliarden Dollar an Privatunternehmen zahlen? Widerspricht das nicht auch eklatant den Gesetzen des freien Marktes? Wer jetzt sagt, dass die Banken nun mal so groß waren beziehungsweise sind, dass deren Pleite zu noch viel größeren Unruhen auf den Märkten geführt hätte, dem antworte ich: Dann frage ich mich, warum so große Unternehmen nicht schon längst vom Kartellamt in kleinere Teile zerlegt worden sind.

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