Zu meiner Frau sagte ich einmal: Manchmal habe ich einen interessanten Traum, von dem ich vielleicht etwas fĂŒr mein Schreiben ableiten könnte. Leider bin ich viel zu faul, um mitten in der Nacht aufzustehen. Daraufhin schenkte mir meine Frau ein kleines TonbandgerĂ€t und sagte: Dieses GerĂ€t kann auch im Dunkeln aufnehmen, und wenn man anfĂ€ngt zu reden, schaltet es sich automatisch ein. Aber ich habe niemals ein Wort darauf gesprochen, warum auch? Wenn ich aufwache, dann drehe ich mich auf die andere Seite und schlafe wieder ein. Das ist doch viel einfacher, als in der tiefen Nacht in die Dunkelheit zu sprechen. (…)

Ich bin jetzt in einem Alter, wo ich begreife: Man kann noch nicht einmal ein Tausendstel der wichtigsten BĂŒcher selbst lesen. Im alten Griechenland konnte ein Mensch noch fast all das in sein Hirn hineinpacken, was die Menschheit bis dahin erfunden hatte. Jetzt geht das nicht mehr. Wir können uns nur noch ein paar Tropfen aus dem Informationsozean zu Eigen machen. Es gibt einfach zu viele dumme BĂŒcher und Autoren, aber wie wollen Sie das Ă€ndern? Ich versuche nur qualitativ hochwertige geistige Nahrung aufzunehmen. Vor kurzem habe ich fĂŒnf Wissenschaftsmagazine neu abonniert. Aber eigentlich kann ich diese Informationen nicht mehr verdauen. Deshalb musste ich leider das Abonnement von Science beenden. Die ist ja so dick, ich bekomme Informationsverstopfung davon.

(Stanislaw Lem, Auszug aus einem Interview in Zeit Wissen)

Wenn schon Freunde, die mich nach einer Abendveranstaltung nach Hause fahren, im Auto darauf anspielen, wie viele Wochen wohl mein letzter Eintrag her ist, dann wird’s wirklich wieder Zeit.

Letzte Woche schrieb ich allerdings knapp das Pensum, das sonst in vier Wochen entsteht – daher bin ich etwas ausgebrannt, auch, weil eine schon besiegt geglaubte ErkĂ€ltung zurĂŒck kam und sich frech in allen Stirn- und Nebenhöhlen eingenistet hat. Wird aber wieder, keine Sorge.

… mir die Finger wund.

Nicht verzagen, liebe Leser – nach der E3 in Santa Monica vor zwei und einem Firmenbesuch in Montreal vor einer Woche steht nun der BlizzCon in Anaheim an – nicht, dass ich seit Anfang Juni ĂŒberhaupt noch World of WarCraft gespielt hĂ€tte. Fliege morgen hin, komme Sonntag zurĂŒck.

Anschließend wird mein Leben und damit auch diese kleine Familienwebseite hoffentlich wieder in regelmĂ€ĂŸigeres Fahrwasser geraten. ErzĂ€hlen könnte ich gerade eh wenig: Ich schreibe, schreibe und schreibe. WĂŒrde gerne mal wieder was lesen. Oder sehen. Oder gar spielen. Vielleicht ĂŒbernĂ€chste Woche? Die kommende Woche ist auch schon wieder mit Artikeln verplant. So geht das auf Dauer nicht weiter.