Wenig beruhigend, das hier. Besonders, da ich heute nachmittag noch 1100 Dollar auf mein Girokonto bei der Filiale der Washington Mutual um die Ecke eingezahlt habe – der Oktober naht und mit ihm die fällige Miete. Apartment-Manager Monty meinte dann auch kurz darauf: “Was, wenn alle unsere Mieter kein Geld mehr haben, um ihre Miete zu zahlen? Ob die Wohnungsvermietungsfirma dann alle rauswirft? Andererseits hätte dann ja keiner mehr Geld.” Hoffen wir mal, dass es nicht ganz so schlimm wird.

Lang lebe das Internet – auf den Seiten des San Francisco Police Department gibt’s jetzt Karten, auf denen die Verbrechen rund um eine beliebige Adresse angezeigt werden. Taschendiebstähle nur ein paar Meter weiter östlich, Ladenüberfälle einen Block im Westen – habe von alledem allerdings noch nichts mitbekommen.

Auch gut: eine Übersicht aller Morde dieses Jahres. Hier scheine ich Glück gehabt zu haben und in einer sicheren Ecke zu wohnen, was den Schusswaffengebrauch angeht.

Lebensmittel sind hier in San Francisco nicht unbedingt billig – da freute es mich umso mehr, heute noch ein paar Coupons am Kühlschrank entdeckt zu haben, die in wenigen Stunden ablaufen: Kellogg’s Special-K-Müsli einen Dollar billiger. Sehr gut.

Noch besser: Die Dinger sind diese Woche im Angebot, statt $4,69 kostet eine Packung nur $2,50, wenn man vier davon kauft.

Noch viel besser: Kellogg’s fährt gerade eine Werbeaktion. Kauft man Produkte im Wert von mindestens zehn Dollar, gibt’s nach Online-Beantragung per Post einen Scheck in Höhe von fünf Dollar zurück.

Wir fassen zusammen:

- vier Packungen Special K, Normalpreis: 18,76 Dollar
- vier Packungen Special K, Angebotspreis: zehn Dollar
- Coupon-Rabatt pro Packung: ein Dollar
- Hersteller-Rabatt für mindestens zehn ausgegebene Dollar: fünf Dollar

Ich habe also eben 17,76 Dollar gespart und vier Schachteln Müsli für einen Dollar erworben. Leider besitze ich jetzt keine Extra-Coupons und keinen freien Lagerraum mehr.

Unmögliches wird möglich.
Absurdes am Straßenrand, gesehen vorletzte Woche an einer Kreuzung in Los Angeles. Das ist doch wirklich cleveres Marketing – auch wenn die Aussage mal ein Betroffener überprüfen und mir das Ergebnis mitteilen sollte. Besonders gut, wie so oft hier in den USA: die Anführungszeichen.

Wer braucht sowas?
Willkommen zur Abteilung “Dinge, die man nicht braucht”. Heute im Angebot: der sogenannte Trey Chair, den man in der Mitte zerlegen kann und dann sowohl einen “Tisch” sowie eine Sitzgelegenheit besitzt. Na, da spielt es sich doch gleich viel besser, oder? Sehr bequem sieht das trotz eines Listenpreises von 239 Dollar plus Steuern und Versand jedenfalls nicht aus. Und ob die Gleichstellungsbeauftragten nicht mahnen, dass der dunkelhäutige Kollege tiefer als sein weißer Kumpel sitzt und nur Wasser statt Saft zu trinken bekommt?

Baseball-Urne
Eternal Image heißt die Firma, die in den USA Urnen und Särge mit Baseball- und Vatikan-Motiven anbietet. Demnächst im Programm: Grabware mit Star-Trek-Motiven. Wer also immer schon mal wie Mr. Spock in einem Photonentorpedo zur letzten Ruhe gebettet werden wollte, darf schon mal anfangen, darauf zu sparen – das gute Stück soll 3500 Dollar kosten. Eine Urne mit Föderationslogo ist mit 600 Dollar etwas günstiger. (gefunden bei Treknews)

Dass bei Online-Artikeln vor allem seitens des Verlags gespart wird, fällt mir in den letzten Tagen immer öfter auf. Wo? Natürlich bei Spiegel Online. Aktuelles Beispiel:

Über John Gilmore, ein Mitglied der Bürgerrechtsgruppe [welcher?], hatten die Sicherheitsbeamten unter anderem notiert, dass er bei der Reise ein Buch über Marihuana mit dem Titel “Drugs and Your Rights” (“Drogen und deine Rechte”) bei sich hatte. Zudem war den gründlichen Beamten aufgefallen, dass kleine Blitzlichter in Gilmores Gepäck mit dem Symbol eines Marihuana-Blattes verziert waren.

Nun habe ich zufällig heute die Meldung in einer US-Zeitung gelesen. Dort war, richtig, nicht von Blitzlichern die Rede, sondern von einer einzigen Taschenlampe, im amerikanischen Englisch auch als Flashlight bekannt. Kennt jemand noch diese Vierer-Einweg-Blitzlichtwürfel, die es früher für Pocket-Kameras zu kaufen gab?

Bonus-Info, lieber namenloser Spiegel-Schreiber: Wem der Name John Gilmore so rein gar nichts sagt – eigentlich schlimm, als Online-Medium sollte man den nun wirklich kennen -, so hilft wie immer ein Blick in die Wikipedia: Meister Gilmore ist Mitgründer der Electronic Frontier Foundation.

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