Ghosts I-IV

Trent Reznors neuester Streich: vier Alben mit Instrumentalmusik.

Trent Reznor ist nicht nur Ehemann und Vater, sondern seit vielen Jahren als Musiker unterwegs. Neben Projekten wie den seit den sp├Ąten 1980ern aktiven Nine Inch Nails und dem 2010 gegr├╝ndeten, mit unglaublichen Musikvideos gesegneten How To Destroy Angels gewinnt er schon mal einen Soundtrack-Oscar f├╝r The Social Network. Oh, und er komponierte auch die dusteren Ambient-Kl├Ąnge des allerersten Quake.

Zu diesen Instrumentalexperimenten zieht es Trent Reznor zur├╝ck: Ghosts I-IV ist eine Sammlung von vier Alben randvoll mit Musik f├╝r den Film im eigenen Kopf. Das erste verteilt Reznor auf der eigens eingerichteten Webseite kostenlos. Alle vier gibt’s f├╝r lachhafte f├╝nf Dollar – oder mehr, wenn man sich eine CD ins Regal stellen m├Âchte. Neben der grandiosen Musik kann ich auch die mitgelieferten Desktop-Hintergrundbilder nicht genug preisen.

Kollege Christian Schmidt schreibt eine Kolumne ├╝ber manchmal geistfreie Spieletests auf Spiegel Online (hier die Langfassung), Kollege Mick Schnelle antwortet darauf erbost in einer Kolumne auf GamersGlobal, w├Ąhrend Kollegin Petra Fr├Âhlich ihre Verstimmung ebenfalls auf Spiegel Online verk├╝ndet. Kollege Alexander Laschewski f├╝gt in einer eigenen Kolumne auf AreaGames einige neue Gesichtspunkte hinzu.

Nachdem ich all diese Artikel und mehrere hundert Kommentare dazu gelesen sowie etliche eigene verfasst habe, juckt es mich in den Fingern, der Debatte einen eigenen Kommentar hinzuzuf├╝gen, gespeist aus der Erfahrung von 18 meist schreibend verbrachten Jahren.

Allerdings hinke ich durch das Studium der oben verlinkten Werke meinem eigenen Tagewerk etwas hinterher – ich verspreche aber, morgen, sp├Ątestens Freitag ein paar hoffentlich schlaue Zeilen getippt zu haben. Ein erster Entwurf steht bereits.

Most amazing Commodore 64 commercial ever.

Sehenswert: Eine Improvisationstruppe stellt in der New Yorker Untergrundbahn eine Szene aus dem “Krieg der Sterne” nach, Prinzessin Leia, diverse Sturmtruppen und Darth Vader inklusive.

Musste spontan an die Dreharbeiten zu einer Folge der PC-Player-Multimedia-Leserbriefen denken. Damals filmten die Kollegen Werner, Hoffmann, Fisch und ich mit Tisch, Stuhl und Schild im Fenster einer M├╝nchner U-Bahn einen launigen Sketch. Nat├╝rlich ohne Drehgenehmigung. Aber mit Pennern, die uns zum Gl├╝ck in den Drehpausen nach etwas Geld fragten. Gut auch, wie wir mit dem Schild im Fenster mehrfach hin und her gefahren sind, bis Henrik die richtige Kameraposition gefunden hatte.

Unvergessen der U-Bahn-Folgedreh im n├Ąchsten Monat, in dem sich Udo bei Thomas beschwert, dass er den Witz des Vorg├Ąngers nicht verstanden habe. Gibt’s die beiden Filme eigentlich auch auf YouTube?

Eigentlich bin ich mit meinem mobilen Telefon, einem schon antiken Palm Treo 680, ganz zufrieden. E-Mail, Web, Google Maps, geht alles. Doch seit es bei meinem Handy-Anbieter AT&T das iPhone 3GS mit 32 GByte Hauptspeicher f├╝r 149 Dollar gibt, komme ich aus dem Gr├╝beln nicht heraus.

Sicher, das iPhone ist “refurbished”, also von Apple general├╝berholt, weil es der vorige Besitzer zur├╝ckgebracht hat. Doch ich benutze seit 2004 ein Laserdruckerscannerfaxger├Ąt ohne die geringsten Probleme, und auch das habe ich mir seinerzeit “refurbished” zugelegt.

Dann st├Ârt mich sehr, dass das iPhone keine Tasten mehr besitzt – auf meinem Palm kann ich nahezu blind meine E-Mails tippen, auf dem iPhone nur mit Gl├╝ck meinen Namen ganz ohne Rechtschreibfehler.

Au├čerdem soll ja in den kommenden Monaten neues Manna vom Apple-Himmel fallen: Das iPhone Touch besitzt schon 64 GByte Speicherplatz, doppelt so viel wie das aktuelle iPhone, das garantiert nachziehen wird. Aber was wird es sonst noch f├╝r Neuerungen geben?

Und dennoch. Es gibt schon einige sehr coole Apps, die es f├╝r mein Treo 680 nicht mehr gibt. Ich k├Ânnte nat├╝rlich auch den Anbieter wechseln: Bei Sprint gibt es das neue Palm Pre. Aber eben halt ohne die ganzen interessanten Apps, von denen es gerade hier in San Francisco unheimlich viele “lokale” gibt. Ach.

In den letzten Tagen lese ich mit Erheiterung die Entwicklungen zum Thema Tagesschau-iPhone-Anwendung, die als kostenloses Angebot angeblich gro├čen Verlagen das Wasser abgrabe, weil diese gro├čen Verlage Geld f├╝r ├Ąhnliche Anwendungen verlangen. Dabei zeigte mir vor zwei Jahren schon stolz ein Kollege in New York die tagesaktuell per Feed heruntergeladene Tagesschau-Hauptsendung. Warum hat denn da keiner gemeckert?

Die neuen IVW-Zahlen sind da – die Verkaufszahlen deutscher Printerzeugnisse des letzten Quartals. Wieder einmal m├╝ssen die PC- und Videospielmagazine heftig bluten. Teilweise 20 Prozent verlieren da einige Kandidaten – die magischen 100.000 verkauften Exemplare schaffen nur noch drei Hefte, zwei davon nur knapp.

Jetzt kann man sicher fragen: Woran liegt es? Am wie immer gerne als Entschuldigung und kostenlose Konkurrenz genannten Internet? Nein, nicht prim├Ąr. Wohl aber daran, dass die Zeitschriften nicht oder falsch auf das Internet reagieren – statt inhaltliche ├änderungen zu etablieren, die es so im Netz nicht gibt, besteht die einzige Reaktion der Verlage darin, alles so billig wie nur irgend m├Âglich zu produzieren.

Liebe Leute, keiner will mehr Dutzende von News-Seiten, wenn es das alles schon online gibt. Niemand interessiert sich mehr f├╝r ├╝ber 40 Spieletests – konzentriert euch lieber auf ein Dutzend echter Kracher, wenn es die ├╝berhaupt jeden Monat gibt. Dann aber richtig, mit langem Test, gro├čen Bildern und magazinigem Hintergrundbericht ├╝ber die Entwickler. Den Rest vom Fest kann man auch mit einem Bild, einem Satz und einer Wertungszahl auf einer Doppelseite abfeiern. Oh, und Tipps & Tricks? Gibt’s alles online, kostenlos.

Doch stattdessen wird gek├╝rzt, werden langj├Ąhrige Mitarbeiter gegen preiswerte Volont├Ąre ausgetauscht, die teilweise noch bei Muttern wohnen. Das schl├Ągt sich nat├╝rlich auf die inhaltliche Qualit├Ąt der Hefte nieder – ein Volont├Ąr besitzt zum Beispiel keine zehn bis 15 Jahre Branchenerfahrung nebst den in dieser Zeit gewonnenen Kontakten. Also springen deshalb auch die Leser ab, die das Heft vorher noch gekauft haben.

Diese Entwicklung erf├╝llt mich mit Trauer, denn ich bin nach wie vor ein gro├čer Fan gut gemachter Magazine. Ein Kindle kommt mir noch nicht ins Haus.

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